Seit dem letzten Eintrag ist schon wieder eine Weile vergangen und inzwischen habe ich die Hälfte meines Austauschs schon hinter mir! Ich habe in Mendoza nun definitiv ein zweites Zuhause gefunden mit Familie und Freunden und allem Drum und Dran. Ich habe mich kürzlich entschieden, eine Woche (bzw. Arbeitswoche) lang den Kontakt zur Schweiz vollständig abzubrechen – aus purem Interesse wie das ist. Am Sonntagabend (13. Mai) habe ich mein schweizer Telefon ausgeschaltet und weggelegt. Auf diesem Weg möchte ich euch ein Bisschen erzählen, was mir in dieser Woche alles passierte
Montag, 14. Mai. Día de Guaymallén. Das ist das Departement in dem ich wohne und zur Schule gehe, deshalb hatte ich keine Schule. Trotzdem bin ich relativ früh aufgestanden und einkaufen gegangen. Projekt: Zopf backen. Ich habe alles gefunden und auch schnell die Masse hingekriegt, also eigentlich alles bestens. Das Problem kommt ja immer erst wenn der Teig aufgehen soll und aus einem mir unbekannten Grund mag Hefe mich aus Prinzip nicht und bei mir geht nie etwas auf. Nach der obligatorischen Stunde Wartezeit schien er mir jedoch ein Bisschen aufgegangen zu sein. Yes! Zopf zöpfeln, backen und… oh Wunder, er ist im Ofen immer mehr aufgegangen! Fazit: Ich habs hingekriegt und es dieser Hefe gezeigt! Ist zwar nicht ganz so perfekt und unwiederstehlich herausgekommen wie der vom Mami, aber daran lässt sich ja noch arbeiten

Dienstag, 15. Mai. Juhuu, zum Zmorge ein Stück Zopf mit Honig und Schoggimilch
In der Schule haben wir eigentlich den ganzen Tag gar nichts gemacht und eine Lehrerin hat gefehlt, sodass wir früher nach Hause gehen konnten. Bedingung: die Autorisation der Eltern, in meinem Fall Adela. Gott sei Dank habe ich die am Freitag unterschreiben lassen… Der Rest des Tages verlief ruhig. Ach ja zum Zmittag hab ich einen Eintopf mit Nieren gegessen. Wird wahrscheinlich nie mein Lieblingsessen.
Mittwoch, 16. Mai. Da nicht alle zuhause waren, war es an diesem Morgen ganz still und friedlich… In der Schule hatten wir einen Trabajo Práctico in Englisch und eine Prüfung in Educación y Sociedad (schon zurückbekommen –> 10!). Der ganze Tag wurde von mehr oder weniger starken Kopfschmerzen begleitet, ich hoffe, dass Emilia mich nicht angesteckt hat oder dies noch tut. Sie ist nämlich ziemlich am kränkeln… Nach der Siesta bin ich jetzt gerade am Lógica lernen und in einer kleinen Pause den Blog am weiterführen. Voraussicht für den Rest des heutigen Tages: Ein wenig körperliche Betätigung (Rumpfbeugen und Ähnliches), die lechita, Abendessen und dann so früh wie möglich ins Bett.
Donnerstag, 17. Mai. FELIZ CUMPLEAÑOS NANI!! Heute Trimestral in Formación Cristiana. Zum Glück in Gruppen, denn ich habe alles aufgeschrieben und nichts davon verstanden. Dann gab es noch einen Probealarm für Erdbeben. Zuerst mussten alle unter die Tische, doch ich bin zuerst einfach sitzen geblieben weil ich dachte es sei die Pausenglocke. Als dann plötzlich meine ganze Klasse unter den Bänken verschwand war ich doch etwas verwirrt, aber netterweise klärte man mich auf. Auf Zeichen des Preceptors drängelten wir alle in den Patio, die Jüngeren in der Mitte sitzend und die Älteren einen Kreis um sie bildend. Jetzt weiss ich also auch, was zu tun ist im Falle eines Erdbebens. Am Abend sind wir zu Ernesto essen gegangen und es hat Sandwiches gegeben. Aber nicht irgendwelche! Ein Omelett gefüllt mit marinierten Pouletstückchen, dann verschiedene Saucen und das ganze im getoasteten Brot. Leckerschmecker aber auch sehr füllend
Freitag, 18. Mai. Der letzte Tag meiner Non-Kommunikation… Der Tag begann mit dem Trimestral in Lógica. Ging eigentlich ganz gut. Danach mussten wir in die Kirche, was ich nicht besonders unterhaltsam gefunden habe. Meine Kollegen haben mich allerdings als wahnsinnig bezeichnet, als ich zugegeben habe, dass ich Mathe bevorzugen würde. Doch es blieb ja noch ein bisschen Mathe: Trabajo Práctico. Einfach
Zuletzt Geografie und dann ab nach Hause. Dass ich Adela noch zuhause antraff war ein schlechtes Zeichen und wahrhaftig: Auto kaputt. Den Nachmittag verschlief ich und am Abend setzte ich mich an die Arbeit: Radikalismus, der erste Weltkrieg und die russische Revolution wollten bearbeitet werden. Die Nacht wird voraussichtlich ruhig, denn erstens bin ich müde und zweitens muss ich den Tag morgen zum lernen und nicht zum schlafen nutzen.
Die Woche war eigentlich relativ normal, auch ohne Kontakt zur Schweiz, doch es war schon so, dass ich mir dachte “ou, dass mueni jetzt am Mami verzelle” und mich dann daran erinnern musste dies nicht zu tun… Jetzt hat mich die Schweiz zumindest virtual wieder





